Drohnenflug: Von oben betrachtet …

… lassen sich Schäden an technischen Anlagen mit ­recht ­geringem Aufwand finden. Daher nutzen Spezialisten der Energienetze Mittelrhein Drohnen für Checks.

Bei der Arbeit: Ewald Kerber (rechts) und sein Kollege Patrick Schmitt überprüfen mit einer Drohne die Photovoltaikmodule im Solarpark Hachenburg.

Ein sonniger Morgen im Westerwald. Zwischen den langen Reihen mit Photovoltaikmodulen im Solarpark Hachenburg lässt sich ein lautes, sonores Surren wahrnehmen. Plötzlich wird sichtbar, woher das Geräusch stammt. Ein spinnenartiges, schwarz-oranges Fluggerät erhebt sich über die Solarzellen und fliegt die erste Reihe ab. Ruhig und gleichmäßig.
Was immer mehr Menschen als Freizeitvergnügen entdecken, gehört für Ewald Kerber und Patrick Schmitt zum Berufsalltag: Sie fliegen Drohnen und machen damit Luftaufnahmen. Heute ist die Freiflächensolaranlage dran. Üblicherweise geht es bei ihren Einsätzen um die Versorgungssicherheit. Die beiden arbeiten für die evm-Gruppe in der Abteilung Technische Dienstleistungen und kontrollieren mit ihrem fliegenden Helfer verschiedene Anlagen für die evm und ihre Tochterunternehmen.Freileitungen und Strommasten nehmen sie unter die Lupe, aber auch Windkraftanlagen, Solarparks oder Umspannanlagen. „Mit der Drohne arbeiten wir viel effizienter“, begründet Ewald Kerber das noch relativ junge Verfahren. Das leuchtet sofort ein: Will ein Mensch einen Mast oder eine Freileitung inspizieren, braucht er mindestens eine lange Leiter, häufig sogar einen Hubsteiger. Und nicht selten muss auf dem betroffenen Leitungsabschnitt der Strom ausgeschaltet werden. All diesen Aufwand spart die Drohne ein. Die von ihr aufgenommenen Bilder schauen sich Ewald Kerber und Patrick Schmitt direkt vor Ort auf einem Notebook an und das Thema ist erledigt. „Wir wissen genau, wo potenzielle Probleme lauern könnten, fliegen diese Stellen gezielt an und machen entsprechende Bilder“, ergänzt Ewald Kerber.

Ganz nah dran sein, wenn die Drohne abhebt, können Sie im kurzen Mitschnitt vom Flug.

Die neue zuhause ist da – Drohnenflug Solaranlage Hachenburg

Das ist Ewald. Er fliegt unsere Drohne und macht damit Luftaufnahmen. Was für andere Freizeitvergnügen ist, gehört bei ihm zum Berufsalltag. Wie die Drohne zur Versorgungssicherheit beiträgt und was es bedeutet, mit einer Drohne zu arbeiten, könnt ihr jetzt in unserem Kundenmagazin lesen. Die neue Ausgabe der "zuhause" wird diese Woche bei euch im Briefkasten liegen und heute als Beilage in der Rhein-Zeitung Koblenz.

Gepostet von Energieversorgung Mittelrhein AG am Dienstag, 4. September 2018

Um eben die kritischen Stellen genau ins Visier zu nehmen, teilen sich Ewald Kerber und Patrick Schmitt die Arbeit. Ewald Kerber lenkt die Drohne, während Patrick Schmitt die Kamera steuert und auslöst. Dabei müssen sich die beiden gut verständigen. Denn isoliert kann sich die Kamera nur hoch und runter bewegen. Um nach rechts oder links zu schwenken, muss Patrick Schmitt die Drohne drehen. Folglich greift der Kameramann dann in die Steuerung der Drohne ein. „Ich kündige diese Schwenks immer an“, erklärt Patrick Schmitt. Dann ist sein Kollege nicht überrascht, wenn der Kopter ohne sein Zutun eine Kurve fliegt.

Technik vom Feinsten

Natürlich können die beiden evm-Piloten ihre wichtige Aufgabe nicht mit einer herkömmlichen Drohne aus dem Modellbauladen erfüllen. Ihr Profigerät kostet rund 30.000 Euro. Mit einem Durchmesser von 1,20 Metern und seinen acht Rotoren bringt es die Drohne auf ein maximales Abfluggewicht von fünf Kilogramm. Das reicht locker, um die hochauflösende Vollformatkamera – die mit weiteren 2.500 Euro zu Buche schlägt – durch die Luft zu tragen. „Inklusive Akkus und Kamera kommen wir auf gut 4,1 Kilogramm“, rechnet Ewald Kerber vor. Dass sie deutlich unter der vollen Beladungskapazität bleiben, wirkt sich positiv auf die Flugdauer aus. Hier zählt buchstäblich jedes Gramm. Und jeder Luftzug. „Bei idealen Bedingungen können wir zwölf bis 13 Minuten fliegen“, erzählt Ewald Kerber. Wenn aber der Wind bläst, muss die Drohne permanent gegensteuern, um die Position zu halten. Und eben dies kostet Strom und damit Flugzeit.

Die Kamera sitzt – für die Luftaufnahmen kommen nur Profigeräte zum Einsatz. Die Drohne mit ihren acht Rotoren schafft mit Kamera eine Flugdauer von bis zu 13 Minuten.

Trainingsflieger

Neben dem großen Oktokopter haben Ewald Kerber und Patrick Schmitt auch eine kleine Drohne mit vier Rotoren im Einsatz. Sie kann autonom fliegen. Was sie unter anderem in die Lage versetzt, festgelegte Areale eigenständig fotografisch zu dokumentieren – genauer, als jeder Mensch es könnte. „Wir haben damit schon einen Auftrag erledigt, bei dem es darum ging, die Menge des abgebauten Tons in einer Grube zu bestimmen“, erzählt Patrick Schmitt.
Zudem nutzt Patrick Schmitt die kleine Drohne, um das Fliegen zu üben. Denn er soll über kurz oder lang den Job von Ewald Kerber übernehmen, wenn der in den Ruhestand geht. Dafür braucht der junge Techniker dann natürlich auch den Kenntnisnachweis – so heißt der Drohnenführerschein im Amtsdeutsch. Seiner Prüfung sieht er gelassen entgegen: „Natürlich muss ich mich darauf vorbereiten und ein bisschen lernen. Aber Dank der Zusammenarbeit mit meinem erfahrenen Kollegen habe ich vieles schon ganz nebenbei mitbekommen.“

Außer dem Kenntnisnachweis benötigen die Piloten weitere Genehmigungen – etwa die Allgemeine Aufstiegserlaubnis. Zudem gesteht der Landesbetrieb Mobilität der evm besondere Rechte zu: Ewald Kerber und später auch Patrick Schmitt müssen mit ihren Drohnen deutlich geringere Mindestabstände etwa zu Autobahnen oder Bahnlinien einhalten. Wäre dem nicht so, könnten die beiden ihren Job oft nicht erledigen. Denn Freileitungen verlaufen häufig innerhalb des üblichen Mindestabstands für Freizeitdrohnisten.
Fazit: Mit ihren unbemannten Fluggeräten senken Ewald Kerber und Patrick Schmitt die Kosten bei gleichbleibend hoher Versorgungssicherheit. Und ihre innovative Dienstleistung ist nicht nur der evm-Gruppe vorbehalten. Läuft alles nach Plan, bekommt das Duo den Auftrag, rheinland-pfälzische Burgen und Schlösser aus der Luft aufzunehmen und so einige wichtige Fragen – etwa zur Bausubstanz – zu beantworten. Und wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Haus oder seinem Firmengebäude betreibt, sollte ebenso darüber nachdenken, mit Ewald Kerber Kontakt aufzunehmen.


Weitere Informationen zum Thema gibt es bei Ewald Kerber unter 0261 402-71354, E-Mail: Ewald.Kerber@evm.de