Elektroautos im Alltagstest

Das Thema Elektromobilität wird gerade überall heiß diskutiert. Doch wie fährt es sich eigentlich rein elektrisch? Sind Elektroautos alltagstauglich? Wir wollten es genauer wissen und haben drei unserer Elektroautos für eine Testwoche unter unseren Facebook-Freunden verlost. Gewonnen haben eine Lehrerin aus Mayen, eine Familie aus dem Westerwald und Hobbyfotograf Klaus Breitkreutz aus Lehmen. Er hat seine Woche mit dem VW e-Golf für uns festgehalten. Den ganzen Testbericht gibt es in der aktuellen Ausgabe unseres Kundenmagazins zuhause.

Meine Testwoche mit dem Volkswagen e-Golf

Dienstag

Schon die Fahrzeugübergabe hat Spaß gemacht. Die zuständige evm-Mitarbeiterin hat mir das Auto und den Ladevorgang erklärt. Noch ein paar Tipps, kurz den Vertrag ausgefüllt und schon ging es los. Es ist schon seltsam. Man tritt auf das Pedal und es geht richtig vorwärts. Keine Geräusche, kein schalten, kein Gangwechsel spürbar. Entlang der Mosel nach Lehmen. Auffällig ist die Ruhe. Der eGolf beschleunigt recht gut und hält perfekt die Geschwindigkeit. An die unterschiedlichen Instrumente gewöhnt man sich schnell. Spannend ist für mich die Reichweitenanzeige. Eine Extra-Runde über die Löfer Moselbrücke und dann Richtung Heimat. Durch Lehmen führt der Moselradweg. Heute sind viele Radler in den engen Gassen unterwegs. Da mir bewußt ist, dass es kein Motorengeräusch gibt, bin ich vorsichtiger und fahre verhalten. Die Radler bemerken mich nicht und bleiben in der Fahrbahnmitte. Es ist eh sehr eng bei uns und so bleibt man dahinter.
Zuhause noch mal kurz über die wichtigsten Instrumente geschaut und dann mit dem Junior zum Musikunterricht nach Güls. Es fängt an zu regnen. Scheibenwischer an. Das Geräusch kommt uns viel lauter vor, als als in unseren eigenen Autos. Wieder zuhause parke ich den e-Golf in der Garage und teste das Laden. Es ist kinderleicht.

Mittwoch

Der Blick zum Himmel zeigt, dass es sich lohnen könnte den Sonnenaufgang einzufangen. Also Fototasche gepackt und auf zu den Rheinhöhen über Rhens. Auf dem Weg durch das Kondertal nach Waldesch bemerke ich, wie die Reichweitenanzeige mir gefühlt mit jedem Höhenmeter einen Kilometer wegnimmt. Das Wolkenspiel ist dramatisch. Dicke Regenwolken jagen vom Hunsrück in Richtung Westerwald und Taunus.Die Sonne versteckt sich noch. Doch dann kommt sie und ich bekomme meine Aufnahmen. Dazwischen noch ein nettes Gespräch mit einem Hundebesitzer, der diese Aussicht jeden Tag genießen darf. Danach geht es die Mosel hoch in Richtung Zell. Auf dem Weg ins Tal bekomme ich meine Reichweitenkilometer wieder zurück. Hier lädt der eGolf wieder auf. Die Tagestour geht heute bis nach Zell mit einem Abstecher auf den Bremmer Calmont. Dann zurück über Cochem. Dort möchte ich die Ladesäule am Bahnhof testen. Die Rest-Reichweite wird mit 82 KM angezeigt. In der App ist eine Ladesäule als frei gekennzeichnet und das ist sie dann auch. Also RFID-Karte vor die Säule gehalten, Ladekabel rein und der Ladevorgang startet. Ich mache mich auf, um die Stadt zu erkunden und Fotos zu machen. Es regnet, was auch seinen Reiz hat. Ich bin ca. 30 Minuten unterwegs, da bekomme ich einen Anruf und muss nach Hause. Der Ladevorgang (Reichweite nun 136 KM) wird unterbrochen und ich fahre über die Höhen nach Hause. Zuhause werden dann noch 100 KM Reichweite angezeigt. Ich bin entspannt knapp 200 KM gefahren. Nun geht es wieder zum Aufladen in die Garage.

Donnerstag

Heute möchte ich mal auf der Autobahn fahren. Mein Ziel ist Schalkenmehren. Es geht von 72 Höhenmetern in Lehmen hoch in die Eifel auf 425 m ü.NHN. Bereits in der Bergstraße in Lehmen purzelt die Reichweite. In Mayen auf der Autobahn geht es dann noch schneller. Es geht hoch und bei 130 KM/h braucht es Energie. Es macht richtig Spaß auf der Autobahn. Man ist schnell bei der gewünschten Geschwindigkeit und der e-Golf rollt richtig gut. Auf dem Parkplatz in Schalkenmehren werden noch 136 KM Rest angezeigt. Gestartet bin ich mit 264 KM. Entspannt genieße ich meine Runde um das Maar. Der Nieselregen wird stärker und so fahre ich wieder nach Hause. Jetzt ist der e-Golf wieder mit der Stromproduktion beschäftigt. Die Höhenwellen der A48 lassen
die Reichweite fallen und steigen. Zuhause sind es dann noch gut 100 KM Rest-Reichweite. Hätte ich nicht gedacht. Sehr gutes Ergebnis.
Hatte dann noch einen Termin in Koblenz-Metternich. Dort gibt es am Rübennacher Wald eine evm-Ladestation mit Schnellladefunktion. Stecker ausgewählt, RFID-Karte davor gehalten, mit
dem Fahrzeug verbunden und los ging es. Nach knapp 45 Minuten war der „Tank“ wieder voll.

Freitag

Freitag ist evm-Fototag. Die Fotos für das Kundenmagazin werden geschossen. Ich fahre nach Koblenz um mich mit der evm-Mitarbeiterin und dem Fotografen Sascha Ditscher zu treffen. Auf dem Weg zur evm bemerke ich den Morgenhimmel. Also schnell zur Staustufe und ein paar Fotos gemacht. Als Fotograf steht man eher selten vor der Kamera. Sascha Ditscher macht einen großartigen Job. Man kann sich fallen lassen. Er muss ein paar Fotos mehr von mir machen, da ich auf Fotos eher ernst bzw. böse aus der Wäsche schaue. Mit seiner Erfahrung entlockt er mir einen fröhlichen Gesichtsausdruck. Es werden unterschiedliche Situationen eingefangen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Am Abend geht es mit einem Lauffreund nach Ochtendung zu Dieter Baumann und seinem Kleinkunstprogramm. Die Fahrt in der Dunkelheit ist Dank der sehr guten Scheinwerfer ein Vergnügen. Das Fernlicht ist trotz starkem Regen der Hammer. Klimaanlage, heizbare Front- und Heckscheibe, Bergfahrt und zwei Männer lassen die Reichweite wieder etwas schneller schrumpfen. Nach der Veranstaltung geht es zurück ins Moseltal. Bei der Bergabfahrt braucht man nicht ständig auf der Bremse stehen. Hier drückt man den Schalthebel kurz nach links. Nun schaltet sich die Rekuperation ein. Es ist wie eine Motorbremse beim normalen Auto. Es gibt drei Stufen die unterschiedlich stark wirken und die Batterie wieder aufladen. So gewinnen wir einen sehr großen Teil der Energie von der Hinfahrt zurück. Die Reichweite steigt stetig.

Samstag

Einkauf mit der Familie ist angesagt. Wir fahren nach Koblenz. Ein Warenhaus bietet seinen Kunden kostenlose Ladesäulen an. Der Parkplatz ist randvoll. Es gibt vier Plätze für eAutos und eine Säule mit zwei kostenlose  Lademöglichkeiten. Ein Auto lädt, ein Benziner nutzt einen freien Parkplatz. Wir stellen den eGolf dazu. Meine Familie geht zum einkaufen. Die Karte der evm funktioniert dort nicht. Ich gehe zur Information um eine RFID-Karte zu bekommen. Trotz großen Andrang an der Information geht es recht schnell. Man benötigt einen Ausweis und 10 € Pfand. Dafür bekommt man die Karte und ein Lächeln. Draußen sind nun alle vier Plätze belegt. Gott sei Dank noch ein nicht eAuto. So kann ich die letzte freie Ladesäule testen. Nach dem Anschließen gehe ich zum Einkauf. Nach 45 Minuten ist der Einkauf beendet und etwas mehr Reichweite im „Tank“. Da der Ladevorgang gefühlt sehr langsam ist, würde ich das Angebot normal nicht nutzen, da der Aufwand mit dem Kabel in keinem Verhältnis mit dem Nutzen steht. Bei einem längeren Einkauf würde es Sinn machen. Am Nachmittag fahre ich in die Innenstadt von Koblenz. Normal parke ich in Lützel oder an der Staustufe und spaziere gemütlich in die Stadt. Heute ganz exklusiv mitten im Geschehen. Die evm hat eine Ladesäule in der Kastorpfaffenstraße. Wenige Schritte zum Rhein oder in die Altstadt. Ein perfekter Ausgangspunkt. Hatte vorher auf der App geschaut, ob dort noch ein Plätzchen frei ist. Also ganz entspannt in die Stadt und auf die Festung. Nach meiner Rückkehr ist der e-Golf geladen und es geht nach Hause. Hier war Zeit und Nutzen aus meiner Sicht perfekt. Die Zeit reichte für eine Vollladung und der Parkplatz ist unschlagbar.

Sonntag

Die Woche war etwas anders geplant. Durch den Regen werde ich meine Herbst-Aufnahmen etwas verschieben müssen. Ist auch kein Beinbruch. Am Nachmittag bin ich dann an die Ahr gefahren, in der Hoffnung noch ein paar Herbstbilder einzufangen. Der Regen wurde eher mehr als weniger. Im Kloster Marienthal besuchte ich die Galerie von Stephan Maria Glöckner. Nett unterhalten und viel gesehen. Da der Regen nicht weniger wurde ging es zurück. Für den Rückweg hatte ich den eco-Mode vorgesehen. Den habe ich nach ca. zehn Kilometern wieder ausgeschaltet, da die Scheiben beschlagen waren. Wieder im normalen Modus war schnell klare Sicht.

Montag

Heute zu einem Termin in Koblenz. Schön ist, dass ich meinen Parkplatz schon in der App planen kann. Es ist wieder die Ladestation in der Kastorpfaffenstraße. Beide Plätze sind frei. Es ist Nachmittag und es gibt kaum freie Parkplätze in der Gegend. Auch das Görresparkhaus scheint fast voll zu sein. Bingo. Dies ist in der Tat ein unschlagbarer Vorteil. Viele Ladesäulen stehen zentral. Das ist mit Sicherheit ein Argument mehr für ein eAuto. Ähnliche Erfahrungen habe ich bei einigen Supermärkten gemacht. Man parkt eben mit kurzen Wegen. Ob man da nun lädt oder nicht ist mit Sicherheit auch ein Rechenexempel. Dennoch sehe ich die Ladekosten eher als gering an. Ich würde die Zeit, in der das Auto irgendwo geparkt ist auch zum Laden nutzen.

Dienstag

Heute bringe ich meinen Sohn in die Berufsschule nach Neuwied. Es geht im Berufsverkehr über die Autobahn. Auch hier hat man durch die Automatik volle Konzentration auf den Verkehr. Es ist echt entspannt. Auch das Überholen macht keine Probleme. Tritt man das Gaspedal nach unten geht es zügig vorwärts. Auf dem Weg am Wochenende zum Einkauf entdeckte mein Sohn Hinweisschilder auf eine Ladestation bei einem Koblenzer Möbelhaus. Diese wollte ich heute noch testen. Leider sind alle vier Ladesäulen als defekt gekennzeichnet. Schade, hätte ich gerne ausprobiert.
Dann geht es weiter. Da ich bisher noch keine Möglichkeit hatte auf der Autobahn zu tanken probiere ich dies heute noch bei der Rastanlage Moseltal aus. Dort hat die EnBW Ladesäulen aufgestellt. Leider kann man in der App und auf der Webseite nicht erkennen, wie hoch die Kosten für eine Ladung sind. Alle vier Säulen sind frei. Eine Station ist defekt die andere funktioniert. Dort stelle ich mein Auto ab. Bemerke, dass die Ladekabel etwas kurz sind und drehe mein Auto. Nun starte ich den Ladevorgang. Auch das klappt reibungslos. Gestartet wird mit eine Rest-Energie von 30 %. Nach 20 Minuten haben wir schon 70 % erreicht. Bei 91 Prozent stoppt der Ladevorgang und es sind knapp 30 Minuten vergangen. Nun geht es nach Koblenz zur Rückgabe. Schade. Nach der Übergabe sitze ich nach einer Woche eAuto wieder in einem Verbrenner. Empfinde ihn als sehr laut. Entspanntes gleiten ist auch nicht mehr. Habe mich schnell wieder an die Realität gewöhnt. Die Woche hat mir die Vorzüge und den Komfort des eAuto gezeigt. Auch die Einschätzung mit der Reichweite ist realistischer geworden. Ich bin in der Woche etwas mehr als 800 Kilometer gefahren. Im normalen Alltag fahre ich die in einem Monat. Also ist so ein Gefährt die richtige Entscheidung.

Fazit

In meiner Lebenssituation käme ein eAuto als Zweitwagen in Betracht. Jedoch eher eine Nummer kleiner. Ich bin Frühaufsteher und genieße die Heimat und die Sonnenaufgänge. Da gibt es zu
diesen „Unzeiten“ in meinem Umfeld eher weniger Mitfahrer. Der klare Vorteil ist, dass man zu Hause für kleines Geld aufladen kann. Selbst, wenn man das Auto nicht täglich nutzt, ist die Reichweite vollkommen ausreichend. Aus dem Bauch heraus, wäre dann der Benziner eher der Zweitwagen, da dieser dann für die weiten Strecken oder mehr Mitfahrer genutzt würde.
Es macht total viel Spaß. Die Ruhe, das entspannte Fahren sind ganz klar auf dem Pluskonto. Der hohe Anschaffungspreis schreckt mich im Moment noch ab. Auch vor dem Hintergrund meiner
Nachhaltigkeit. Unsere Autos werden in der Regel bis zum bitteren Ende gefahren. Unsere letzte „Familienkutsche“ war 19 Jahre alt und hatte weit mehr als 200.000 KM auf dem Tacho. Dafür gab es in diesem Jahr einen Ersatz. Auch unser kleiner Zweitwagen ist aus unserer Sicht noch jung. Bei der nächsten Anschaffung steht nach dieser Woche eine eAuto ganz oben auf meinem Zettel. Bis dahin ist auch für eAutos das „Fahrgeräusch“ eingebaut. In der Testwoche hatte ich einige lustige Begebenheiten mit der Stille des eAutos. Auf einem Parkplatz standen zwei ältere Damen mitten auf der Fahrbahn und unterhielten sich. Da es ein abgelegener Bereich war, rechneten sie nicht mit einem Fahrzeug. Es war eine sehr lustige Unterhaltung. Ich überlegte, ob ich hupen sollte. Meine Entscheidung fiel auf den Fensterheber und ein fröhliches „Guten Morgen“. Die Beiden entschuldigten sind, dass sie mich nicht gehört hatten. Als ich ihnen erklärte, dass man das eAuto nicht hört, lachten wir zusammen. Wir wünschten uns einen schönen Tag und ich schlich davon. Ich bin sehr dankbar, dass ich mir ein eigenes Bild zu dem Thema machen durfte.

Zur Person

Klaus Breitkreuz; Sascha DitscherMein Name ist Klaus Breitkreutz, 57 Jahre, ich bin verheiratet und habe 3 Kinder (29, 21 und 18 Jahre alt). Der Jüngste lebt noch bei uns. Wir betreiben zwei Ferienwohnungen an der Untermosel. Durch meinen Vorruhestand habe ich die Zeit, meinem Hobby, der Landschaftsfotografie, nachzugehen. Meine Hauptmotive liegen in einem Umkreis von fünfzig Kilometern.
Da es bei uns so schön ist fahre ich ungern in den Urlaub. Autos sind für uns Gebrauchsgegenstände. Im Moment fahren wir einen Opel Adam Baujahr 2014 und einen Dacia Dokker (2019). Unser Sohn hat seinen Fiesta.

 

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