Erdgasumstellung im Westerwald

In diesem Artikel erfahren Sie, was die Erdgasumstellung für Sie bedeutet und was Sie beachten müssen.

Erdgasumstellung – Was ist das?

Voraussichtlich ab Ende 2029 liefern die niederländischen Exporteure kein Erdgas mehr nach Deutschland. Dann müssen im Netzgebiet der Energienetze Mittelrhein (enm) rund 210 000 Gasgeräte statt mit niederkalorischem L-Gas mit hochkalorischem H-Gas betrieben werden. Ein Großprojekt für die evm-Gruppe. Das Gas- und Wärme-Institut Essen e. V. (GWI) unterstützt die enm bei der Abwicklung und koordiniert den Ablauf der Erfassung, die Überprüfung und die eigentliche Umrüstung. Mitarbeiter des GWI stehen neben den Experten der evm-Gruppe für alle Fragen zur Verfügung. Den Kontakt gibt es unter diesem Artikel.

Was bedeuten L- und H-Gas?

In Deutschland werden derzeit zwei verschiedene Erdgas-Qualitäten zum Beispiel zum Heizen oder Kochen und in der Industrie verwendet. Zum einen wird „H-Gas“ genutzt. Die Bezeichnung ist aus dem englischen Begriff „high calorific gas“ abgeleitet und kennzeichnet Erdgas mit einem hohen Energiegehalt. Dieses „H-Gas“ wird von verschiedenen Lieferanten aus unterschiedlichen Ländern bezogen. Zum anderen wird bislang auch in Koblenz sowie in Nord- und in Teilen Westdeutschlands noch „L-Gas“ verwendet (aus dem Englischen „low calorific gas“, also Erdgas mit im Vergleich zum H-Gas niedrigerem Energiegehalt). Die Netze, in denen diese beiden unterschiedlichen Gasqualitäten transportiert werden, werden getrennt voneinander betrieben. Nach der langen Nutzung über mehrere Jahrzehnte ist eine schrittweise Verringerung der L-Gasproduktion aufgrund der natürlichen Erschöpfung in den Erdgasfeldern in den Niederlanden und in Deutschland vorgesehen. Nach aktuellem Stand soll ab dem 1. Oktober 2029 gar kein niederländisches Gas mehr nach Deutschland geliefert werden.

Wann beginnt die Erdgasumstellung?

Los geht es im Westerwald. Seit Mitte Mai sind die Fachleute unterwegs, um die Gasgeräte zu dokumentieren. Ihr Ziel: festzustellen, was nötig ist, damit Heizung, Herd & Co. auch mit der neuen Gasqualität reibungslos funktionieren. In einem zweiten Schritt werden die Geräte dann angepasst. Oft reicht es dabei, eine Düse auszutauschen oder eine neue Luftblende anzubringen. Bürger in den übrigen Gebieten im enm-Netz erhalten 2020 beziehungsweise 2021 Besuch der Monteure. Kunden entstehen dadurch keine direkten Kosten. „Die Erdgasumstellung dient der langfristigen Versorgungssicherheit. Deshalb ist geregelt, dass alle deutschen Gaskunden die nötigen Umrüstungen über eine Umlage finanzieren“, erläutert Dr. Andreas Hoffknecht, technischer Geschäftsführer der enm.

Was passiert, wenn meine Heizung nicht umgerüstet werden kann?

Nur wenige, meist sehr alte Geräte, überstehen den Erdgaswechsel nicht. Besitzer müssen sie dann selbst ersetzen. Das wird meist mit 100 bis 600 Euro je nach Gerätealter unterstützt. „In der Regel rechnet sich eine solche Modernisierung ohnehin“, weiß Christian Schröder, Unternehmenssprecher bei der evm. Üblicherweise gehen beispielsweise nicht anpassbare Heizungen aufgrund ihres Alters verschwenderisch mit Brennstoff um. Die evm bietet in diesem Fall für eine Modernisierung der Heizung passende Lösungen an.

Erdgasumstellung: Jetzt alte Heizung sanieren

Ihre Erdgas-Heizung ist schon in die Jahre gekommen? Sie haben schon lange mit dem Gedanken gespielt, Ihre Heizung auszutauschen? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Nutzen Sie die Umstellungsphase und investieren Sie in Ihr Eigenheim. Welche Förderungen es dazu gibt, erfahren Sie in unserem Fördermittelcheck.

 

3 Schritte zum neuen Erdgas

1. Geräteerhebung

Reinhard Guzien vom Gas- und Wärme-Institut demonstriert, wie die Erhebung der Erdgasgeräte bei den Endkunden abläuft. Foto: Sascha Ditscher

Vor der Umstellung von L- auf H-Gas müssen alle Geräte, die Erdgas nutzen, erfasst und umgestellt werden. Ende 2018 lief bereits die Erhebung der Gasgeräte bei Industriekunden im enm-Netzbereich Westerwald. Seit Mitte Mai 2019 beginnt die Erhebung aller erdgasbetriebenen Geräte in Privathaushalten und Gewerbebetrieben. Dazu kommt ein Monteur bei Ihnen vorbei. Er stellt fest, ob und wie Ihre Gasgeräte an die neue Erdgasqualität angepasst werden können. Ein Termin dazu wird in der Regel drei Wochen vorher schriftlich angekündigt.

2. Geräteanpassung

Beim zweiten Besuch passt der Monteur Ihre Erdgasgeräte an und ersetzt eventuell benötigte Teile. Oft ist das nur die Gasdüse, die getauscht werden muss. Die erforderlichen Ersatzteile für die Umrüstung bringt der Monteur mit. Abhängig vom Gerätetyp dauert die Anpassung etwa 30 bis 60 Minuten. Auch für diesen Arbeitsschritt erhalten Sie rechtzeitig einen Terminvorschlag.

3. Technische Umstellung des Erdgasnetzes

Zwischen Mai und Oktober 2021 stellt die Energienetze Mittelrhein das enm-Netzgebiet Westerwald technisch um. Ab dann strömt H-Gas durch die Leitungen. Von der Umstellung merken Verbraucher in der Regel nichts.

 

Alle Informationen zur Erdgasumstellung finden Sie auf der Internetseite der Energienetze Mittelrhein. Dort können Sie auch ganz einfach sehen, wann Ihr Ort an der Reihe ist.