Erweiterung Windpark Höhn: Rückenwind für die Energiezukunft

Der Windpark Höhn hat Zuwachs bekommen: Im Video und der Hintergrundgeschichte gibt es spannende Einblicke in das imposante Projekt.

Schon aus der Ferne sind die fünf Windräder zwischen den Bäumen sichtbar. Kein Wunder, denn stattliche 200 Meter misst eines vom Boden bis zur obersten Rotorblattspitze. Auf der Gemarkung der Ortsgemeinde Höhn erzeugen drei von ihnen bereits seit März 2016 Strom aus der Kraft des Windes – zwei weitere gingen im Frühjahr 2018 in Betrieb. Davon profitiert auch der kommunale Haushalt: Pacht- und Gewerbesteuereinnahmen sorgen dafür, dass sich die finanzielle Lage der Ortsgemeinde wesentlich verbessert hat.Von Anfang an haben evm und Kommune das Projekt aber noch aus einem weiteren Grund zusammen vorangetrieben. Das Ziel: zu demonstrieren, wie die Energiewende dezentral gelingen kann, wenn starke Akteure Verantwortung übernehmen und gemeinschaftlich handeln.

Die Dokumentation der Aufbauarbeiten zeigt, wie die Anlagen in die Höhe wachsen.

Regie bei der Erweiterung des Windparks

Mit der zweiten Ausbaustufe bringt sich die evm noch stärker als aktiver Gestalter der Stromwende ein: Erstmals betreuten Mitarbeiter des regionalen Energiedienstleisters den Ausbau eines Windparks als Projektierer. „In der Vergangenheit haben wir dieses Know-how bei externen Spezialisten eingekauft. Bei der Windparkerweiterung in Höhn übernahmen wir als Projektierer und Bauherr neue Aufgaben und Verantwortung. Das war für alle Kollegen eine spannende Zeit“, erinnert sich Markus Behr, Projektmanager im Bereich Energieerzeugung und Projektleiter beim Ausbau des Windparks Höhn. Zu seiner Hauptaufgabe zählte die Koordination der vielen Projektbeteiligten – neben der Ortsgemeinde Höhn also der Produzent der Anlagen, unter anderem der Hersteller General Electrics, und regionale Tiefbauunternehmen. Markus Behr führt aus: „Außerdem waren natürlich auch intern zahlreiche Bereiche eingebunden – von der Rechtsabteilung über Controlling und Marketing bis hin zum Vorstand.

Wettersensibles Großprojekt

März 2018: Trotz Kältewelle liefern schwere Lastwagen die 65 Meter langen Rotorblätter an – eine echte Herausforderung.

Besonders gut hat auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen der Energienetze Mittelrhein (enm), der Netztochter der evm, funktioniert. Sie waren für die Kabeltrasse und den Netzanschluss verantwortlich – ohne ihre Arbeit würde der Strom des Windparks nicht im Netz ankommen.“ Ein Großprojekt also, dessen Gelingen von der genauen Koordination der Akteure abhängt – und zugleich sehr wettersensibel ist. „Ironischerweise braucht man während der Montage einer Windenergieanlage das, was später unerwünscht ist: wenig Wind. Zu starke Luftbewegungen be- oder verhindern unter Umständen die präzise Positionierung und damit die Montage der Bauteile mit dem Spezialkran“, erklärt Markus Behr. Aber auch Schnee und Eis erschweren den Ablauf. Sie machen den Transport der riesigen Bauteile mitunter sogar unmöglich.

Erfolgreiche Premiere

Zudem spielte bei der Erweiterung in Höhn das Wetter nicht immer wie gewünscht mit. „Sturm Friederike hat uns gleich im Januar einen Strich durch die Rechnung gemacht – danach mussten wir erst einmal aufräumen, denn Bäume waren auf das Baugelände und die Zufahrten gefallen. Und im Anschluss galt es natürlich, den gesamten weiteren Ablaufplan zu überprüfen und anzupassen. Eine echte Herausforderung, schließlich sollten die zusätzlichen Windräder möglichst schnell Strom erzeugen“, erläutert der Experte. Letztendlich meisterte das Projektteam um Markus Behr seine Premiere mit Bravour. Wie geplant, gingen die Anlagen im März dieses Jahres in Betrieb – bei Kaiserwetter.
Die Belohnung für den Klimaschutz in der Region: Mit rund 34,5 Millionen Kilowattstunden Ökostrom im Jahr deckt der Windpark rein rechnerisch den Jahresverbrauch von etwa 24 000 Menschen. Das erspart dem Klima im selben Zeitraum rund 18 000 Tonnen CO2. Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann und der Region einen weiteren Schub nach vorn in Richtung nachhaltige Energiezukunft gibt.