Smart Meter und Smart Grid

Wie erneuerbare Energien, das intelligente Netz, die Energiewende und Smart Meter zusammenhängen.

Im vergangenen Januar erzeugte die Windenergie in Deutschland so viel Strom wie nie zuvor, meldeten der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Stuttgart. Die Rotoren produzierten bundesweit knapp über 10 Milliarden Kilowattstunden (kWh) grünen Strom, davon 0,2 Milliarden kWh in Windparks vor den Küsten. Das entspricht einem Fünftel der Produktion des gesamten letzten Jahres. Der deutliche Anstieg sei auf den starken Zubau und auf drei außergewöhnliche Starkwindphasen im Januar zurückzuführen, so das ZSW.

Schwankungen ausgleichen

Ein intelligentes Stromnetz oder Smart Grid soll verstärkte Schwankungen, verursacht durch Windflauten und wenig Sonnenstunden, abpuffern können. Smart Meter, also intelligente Stromzähler, sollen dazu den Verbrauch abhängig vom Angebot regeln und Elektrogeräte im Haus entsprechend an- und abschalten. Liefern Wind und Sonne viel Energie, sollen etwa Kühlaggregate in Rechenzentren und Lagerhäusern, Kühlschränke daheim oder Ladegeräte für Elektroautos hochgefahren werden. Herrscht Flaute, sollen sie vorübergehend pausieren.

Besser dezentral

Doch eine zentrale Steuerung durch die Energieversorger ein potenzielles Angriffsziel für Hacker sein, meinen Experten. Deswegen haben Physiker vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation nun untersucht, ob eine zentrale Steuerung des smarten Stromnetzes überhaupt sein muss. Ergebnis: Ein Smart Grid ohne zentrale Steuerung ist möglich. Der Vorteil einer dezentralen Steuerung, bei der die Smart Meter direkt auf Schwankungen reagieren, wäre gewaltig. Denn jenseits der Sicherheitsaspekte entfiele auch der Aufbau einer Kommunikationsinfrastruktur, die ansonsten künftig Millionen von Smart Metern mit den Energieversorgern verbinden müsste.